Chronik

Auszüge aus der Vereinschronik 1902 - 2014

Um das Jahr 1900 zählte die Gemeinde Steinhausen, ein Völkchen eigenster Prägung, von Beharrlichkeit und Fleiß gezeichnet, rund 900 Seelen. Bei harter Arbeit in Land- und Forstwirtschaft und in den Steinbrüchen tätig, fand das junge Volk nach dem Tagewerk immer noch Zeit, mit dem Grundsatz: „Tages Arbeit, abends Gäste, saure Wochen, frohe Feste ...“ dem kulturellen Leben im Dorfe dienlich zu sein. So scharten sich schon im Jahre 1902 um den ersten Tambourmajor Fritz Hesse junge Musikfreunde, um einen Spielmannszug ins Leben zu rufen. Die Mitbegründer waren: Fritz Hesse, Aloys Schüth, Heinrich Kordes, Heinrich Lünne, Konrad Hesse (Kuhberg), Josef Kneer und Klemens Karthaus.

Im Jahre 1903 trat das Tambourkorps erstmals öffentlich auf, und so ist dieses Jahr als das echte Gründerjahr anzusehen. überwiegend erhielten die Spielleute ihre Ausbildung während der militärischen Dienstzeit, und so war es verständlich, dass das Trommeln und Flöten auch bei den jungen Burschen in der Heimat Anklang fand. Aloys Schüth und Klemens Karthaus dienten beim Infanterie-Regiment 158 in Paderborn. Der schneidige Klemens Karthaus brachte es hier zum kaiserlich-königlichen Tambourmajor.

Klemens Karthaus, Angehöriger des Infanterieregiments 158 mit seiner Familie um 1900

Die Chronik berichtet von einer eifrigen Tätigkeit und der Teilnahme bei Krieger- und Schützenfesten in vielen Orten in all den Jahren bis zum Kriegsausbruch 1914.

Nachdem Tambourmajor Fritz Hesse 1912 tödlich verunglückte, trat Josef Kneer für 2 Jahre seine Nachfolge an.

Josef Kneer, Klemens Karthaus und Konrad Hesse (Kuhberg) vor der alten Schützenhalle um 1913

Nach Kriegsende 1918 bedurfte es einer längeren Anlaufzeit, ehe das Tambourkorps wieder festen Fuß fasste. Durch die Initiative des Steinhäuser Schützenvereins, der die Instrumente zur Verfügung stellte, fand im Jahre 1927 die Neugründung statt. Für die Beschaffung der Instrumente musste das Korps zwei Jahre lang kostenlos bei den Ausmärschen des Schützenvereins spielen. Dieses Entgegenkommen der Schützenbrüder verhalf dem Tambourkorps wieder zur festen Existenz. Durch Anwerben junger Spielleute formte sich unser Verein zu einem Klangkörper, der überall gern gehört wurde.

Schützenfest Steinhausen 1927

Beim ersten Steinhäuser Schützenfest nach dem Krieg, im Jahre 1947, wurde erstmalig wieder gespielt. 1948 erfolgte die erste auswärtige Einladung, als die St. Sebastianus-Schützenbrüderschaft von 1412 Geseke das Schützenfest feierte. Von dieser Zeit an, so berichtet die Chronik, wurde das alljährliche Mitwirken beim Geseker Schützenfest zur Tradition. Klemens Karthaus sen. wurde 1948 Tambourmajor. Er wirkte an dieser Stelle bis 1959. Unter seiner Leitung nahm das Korps einen großen Aufschwung.

Tambourmajor Klemens Karthaus (Düchting), Johannes Willeke sen., Klemens Nillies, Konrad Hesse (Schneidermeister), Klemens Hesse, Franz Pielsticker, Josef Müntefering, Fritz Vollmer, Konrad Willeke, Rudi Busch, Josef Schulte (Baron)

15 junge Musikanten: Johannes Willeke, Rudi Busch, Josef Müntefering, Johannes Schmidt, Werner Salmen, Konrad Willeke jun., Anton Dirks, Erich Hesse, Reinhard Siedhoff, Josef Kaup, Erich Nillies, Klemens Berghoff, Friedel Graskamp, Franz Voits und Hans-Werner Münterfering waren in den folgenden Jahren dem Tambourkorps beigetreten und verstärkten es ganz beachtlich.

Die 59er: Anton Dirks, Erich Hesse, Josef Kaup, Konrad Willeke jun. und Klemens Berghoff

Im Dezember 1959 wurde erstmalig ein Vorstand gewählt, dem folgende Mitglieder angehörten: 1. Vorsitzender Josef Schulte (Baron), 2. Vorsitzender Rudi Busch, Tambourmajor Klemens Nillies, Schriftführer Johannes Willeke und als Kassierer Josef Müntefering. Der sehr aktive Vorstand beschloss die Anschaffung neuer Instrumente und sorgte für mancherlei Neuerungen, die sich vorteilhaft auswirkten. Erstmalig in einer großen Besetzung trat das Tambourkorps im Jahre 1960 beim Kinderfestzug (Gösselkirmes) in Geseke an. Bei der goldenen Gründungsfeier in Suttrop errang das Korps eine Medaille. Auf Hochglanz poliert, beteiligte sich der Steinhäuser Spielmannszug bei der 275-Jahrfeier des Schützenvereins in Brenken. Gemeinsam mit der Steinhäuser Blaskapelle wurde beim Sportfest in Steinhausen gespielt. Weitere Teilnahmen in Siddinghausen, bei den Schützenfesten der St. Sebastianer und Bürgerschützen in Geseke und in Verlar, beim Kreisschützenfest in Husen und selbstverständlich beim Steinhäuser Schützenfest bezeugen eine eifrige musikalische Tätigkeit im Jahr 1960.

Die Vorstandswahl im Jahre 1961 bestätigte das Vertrauen zum gesamten Vorstand, der einstimmig wiedergewählt wurde. In dieser Versammlung wurde beschlossen, dass ab Januar bis Mai eine übungsstunde angesetzt werden sollte, um einen hohen Leistungsstand zu erreichen. Beim berühmten Steinhäuser "Bierstreik", der im Fernsehen ausgestrahlt wurde, wirkte das komplette Tambourkorps mit. Stolz berichtet der Chronist, dass gemeinsam mit der Steinhäuser Blaskapelle, schneidig wie eine Militärkapelle, musiziert wurde. In großer Form zeigte sich das Korps auch beim Musikerfest in Büren.

Erwähnt werden im Jahre 1962 neben den üblichen Teilnahmen bei den schon genannten Schützenfesten besonders der Einsatz beim großen Kreissängerfest, das vom MGV „Sängertreu“ in Geseke ausgerichtet wurde, und die Mitwirkung beim Kreisschützenfest in Büren.

Das 60-jährige Bestehen des Tambourkorps Steinhausen wurde am 10. und 11. Mai 1963 besonders festlich in der Volkshalle gefeiert. Zahlreiche Spielmannszüge aus nah und fern nahmen an dieser Großveranstaltung teil, die nach dem Abendständchen am Samstag, Sonntagmorgen mit dem Weckruf begann und mit einem Festhochamt in der Kirche eine besondere Würde erhielt.

Für 60-jährige Mitgliedschaft wurden die Jubilare Heinrich Lünne, Klemens Karthaus sen. und Josef Kneer mit einem Verdienstorden geehrt. Für 35-jährige Mitgliedschaft wurden Josef Schulte (Baron), Konrad Willeke und Klemens Nillies ausgezeichnet.

Ehrung für 60-jährige Vereinstreue: Klemens Karthaus (Düchting) sen., Josef Kneer und Heinrich Lünne, Hauptmann A. Farke, 35-jährige Jubilare Konrad Willeke sen. Josef Schulte (Baron) und Klemens Nillies

Bei herrlichem Wetter nahm das Fest, das mit dem großen Festzug, der erhebenden Gefallenenehrung am Ehrenmal durch Bürgermeister Lammers und dem großen Konzert in der Volkshalle besondere Höhepunkte hatte, einen glanzvollen Verlauf. Bemerkt sei noch das wunderbare Zusammenspiel aller teilnehmenden Vereine unter der Leitung des kaiserlich-königlichen Tambourmajors Klemens Karthaus in der Volkshalle.

Am 27. August 1960 verstarb unser Spielkamerad Franz Pielsticker. Am 24. Januar 1964 verstarb im Alter von 80 Jahren Klemens Karthaus gen. Düchting, am 16. März 1964 Josef Schulte (Baron), am 30. Juli 1964 Fritz Vollmer. Der Mitbegründer des Tambourkorps, Heinrich Lünne, verstarb im März 1966 im gesegneten Alter von 89 Jahren. Kaum ein Jahr später, im April 1967, verlor das Tambourkorps infolge eines tragischen Unglücksfalles sein aktives Mitglied Hans-Werner Müntefering im blühenden Alter von 23 Jahren. Auch durch einen tragischen Unfall verloren wir am 7. Dezember 1968 den Spielkameraden und Neubegründer unseres Vereins Klemens Hesse.

Das Tambourkorps Steinhausen verzeichnete in den folgenden Jahren stetig einen Aufschwung und bildete einen Klangkörper, der in der näheren sowie weiteren Umgebung bei vielen Auftritten gern gesehen und gehört wurde. Als aus Gesundheitsgründen 1965 Tambourmajor Klemens Nillies und 1967 Tambourmajor Konrad Willeke sen. ihren Abschied nahmen, trat an ihre Stelle nun ihr Nachfolger Josef Müntefering, der bis 1987 unserem Verein vorstand.

Franz Peitz und Richard Finke wirkten 1968 erstmals als Flötisten mit. Da das Tambourkorps in diesem Jahr 65 Jahre bestand, war es ein Jubiläumsjahr. Aus diesem Grunde veranstalteten wir am 18. und 19. Mai ein Musikerfest, an dem 18 Vereine teilnahmen. Das Tambourkorps bestand in diesem Jahr aus 19 aktiven Mitgliedern.

Doch immer wieder gab es auch traurige Ereignisse zu verzeichnen. Am 11. Juni 1971 verstarb Konrad Willeke sen., im August 1972 trugen wir unseren ehemaligen Spielkameraden Anton Voß, und im Dezember 1972 Josef Voits zu Grabe. Am 08. Juni 1974 verstarb Josef Kneer, und am 23. Mai 1975 Franz Siedhoff. Sie alle wurden mit musikalischen Ehren beigesetzt.

Im Jahre 1973 stand wieder ein großes Jubiläum an. Das Tambourkorps Steinhausen, bestehend aus 18 Mitgliedern, feierte sein 70-jähriges Bestehen. über 500 Musiker bildeten am Sonntag, den 06. Mai ein farbenprächtiges Bild beim großen Festumzug. Wie auch bei den vorhergegangenen und darauffolgenden Musikerfesten wurden die einzelnen Kapellen von jeweils 2 Ehrendamen begleitet.

Ehrenmitglieder 1973: Johannes Willeke sen., Clemens Nillies, Josef Bertels, Josef Kneer, Dominikus Maschkio, Franz Siedhoff

Am 04. Mai 1974 gingen erstmals 14 junge Spielleute mit, so dass das Tambourkorps auf 32 aktive Mitglieder anwuchs. Ihre Namen: Konrad Hesse (Gnelsken), Ewald Schulte, Wigbert Bürger, Berthold Willeke, Wolfgang Wieneke und Manfred Kemper als Tambouren und Wigbert Finke, Reinhard Füser, Engelbert Happe, Werner Hesse, Antonius Kordes, Walter Kordes, Alois Graskamp und Hans-Werner Gelhoet als Flötenspieler.

In der Folgezeit nahmen wir an sehr vielen Musikerfesten teil, um den Nachwuchs voll zu integrieren. Auch wurden in dieser Zeit Fußballspiele ausgetragen, um die Kameradschaft mit anderen Vereinen zu fördern. Beliebte Gegner waren die Blaskapelle Steinhausen, der Spielmannszug aus Brenken und der Spielmannszug Wünnenberg.

Am Schützenfestmontag 1975 gelang es unserem aktiven Spielkameraden Willi Maschkio mit einem gezielten Schuss die Kronkönigswürde zu erringen.

Im Jahre 1976 wurden einheitliche Uniformhemden und eine einheitliche Karnevalsuniform angeschafft. Am Karnevalsdienstag im gleichen Jahr wirkten wir beim Umzug des Prövenholzer Carnevalsclubs mit. Der Höhepunkt des Tages bahnte sich an, als bei der anschließenden Neuwahl in der Gaststätte Lenniger das Tambourkorps das neue Dreigestirn stellte mit Prinz Konrad Willeke jun., Bauer Josef Müntefering und Jungfrau Rudi Busch.

Einige nicht alltägliche Auftritte hatte der Verein 1977 in Bad Westernkotten. Hier spielten wir an verschiedenen Sonntagen zu jeweils einstündigen Kurkonzerten auf.

1978 feierte das Tambourkorps sein 75-jähriges Bestehen. Weitere Musikerfeste richteten wir in den Jahren 1983 und 1988 aus.

Musikerfest 1983

Beim Schützenfest 1982 in Steinhausen wirkten zum ersten Mal 8 junge Spielleute mit. Es waren die Flötisten Hans-Josef Hesse, Thomas Lücking, Johannes Willeke jun, Christoph Lammers, Alfons Witthaut und die Tambouren Hans-Jürgen Schmidt, Franz Hesse und Andreas Höpper.

Nach 19 Jahren an der Spitze des Spielmannszuges legte Tambourmajor Josef Müntefering nun den Stab aus der Hand. Nach 33-jähriger Mitgliedschaft stellte er sein Amt zu Verfügung. Er wird heute in unserem Verein als Ehrentambourmajor geführt. Sein Nachfolger wurde Johannes Schmidt. Weiterhin nahmen folgende Spielleute aus gesundheitlichen Gründen ihren Abschied: Konrad Willeke jun., Werner Salmen, Rudi Busch, Josef Kaup, und Reinhard Siedhoff. Sie alle haben sich um den Verein verdient gemacht und werden als Ehrenmitglieder geführt.

Jubiläumsgeschenk des Schützenvereins zum 85jährigen Vereinsjubiläum: Ehrentambourmajor Josef Müntefering, Adjutant Fritz Lammers und Tambourmajor Johannes Schmidt

Am 28. November 1981 verstarb unser langjähriges Ehrenmitglied Dominikus Maschkio und am 28. Februar 1982 unser Ehrenmitglied Klemens Nillies. Seit dem Jahre 1927 war er Mitglied im Tambourkorps Steinhausen und stand mehrere Jahre als Tambourmajor an der Spitze unseres Vereins. Josef Bertels, Tambourmajor bei der Neugründung unseres Vereins im Jahre 1927, verstarb am 15. September 1984. Unser Spielkamerad Franz Voits verstarb am 5. Januar 1985.

Als besondere Höhepunkte in unserem Vereinsleben werden die Schützenfeste 1976, als Konrad Willeke jun. und 1988, als Klemens Berghoff den Schützenkönig stellten, angesehen.

Nach langen Diskussionen über das Für und Wider erfolgte am 12. Mai 1990 die Eintragung ins Vereinsregister. Seitdem wird das Tambourkorps Steinhausen namentlich offiziell durch "e.V." ergänzt und gilt als "gemeinnütziger Verein".

Einen Auftritt der besonderen Art hatten wir am 3. Dezember 1991, als wir beim DFB-Pokalspiel Werder Bremen vs. 1.FC Kaiserslautern vor der Begegnung und in der Halbzeitpause im Stadion aufspielten. Es wird ein Erlebnis bleiben, das niemand der Beteiligten so schnell vergessen wird.

Im Jahr 1992 spielten wir auf den Schützenfesten in Steinhausen, Büren, Weine, Weiberg, Barkhausen und Rösenbeck, neben den Karnevalsumzügen in Steinhausen und Thülen und dem Gösselkirmesumzug der Stadt Geseke. Es folgten Einladungen zu den Musikerfesten nach Büren, Haaren und Langeneicke. Neben vereinsinternen Feierlichkeiten von Spielkollegen, wie Polterabende, Silberhochzeiten und runden Geburtstagen, war der Höhepunkt des Jahres unser Vereinsausflug nach Hamburg.

Anton Dirks meldete sich in diesem Jahr nach jahrzehntelanger Mitgliedschaft vom aktiven Spielbetrieb ab. Ein Jahr später folgte ihm Johannes Schmidt, der nach 33 jähriger Laufbahn, davon etliche Jahre im Vorstand u.a. als Vorsitzender, seinen Dienst quittierte. Seine Nachfolge als Tambourmajor trat Heiner Vollmer an und führt dieses Amt bis heute aus.

Im Jahr 1996 trat Friedel Graskamp nach 31 Jahren aktiver Mitgliedschaft aus dem Tambourkorps aus, 1999 Klemens Berghoff nach 39 Jahren. Alle eben genannten Kameraden wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Das Jahr 1993 stand ganz im Zeichen unseres 90-jährigen Vereinsjubiläums, welches am 23. April mit zahlreichen Musikvereinigungen und Schützenabordnungen gefeiert wurde. Eine einmalige Großveranstaltung in unserem Heimatdorf fand am 18. September statt - Steinhausen feierte seinen 750. Geburtstag. Unser Korps nahm aktiv an den Feierlichkeiten teil. 9 junge Spielleute traten unserem Verein bei.

Aufmarsch am Ehrenmal zum Musikerfest 1993

Um die Generalversammlung zu entlasten, wird seit 1995 jährlich im Spätherbst ein vereinsinterner Diskussionsabend abgehalten. Im gleichen Jahr traten wir dem Volksmusikerbund bei.

Hoch schlugen die Wellen als unser Spielkollege Torsten Karthaus 1997 überraschend die Königswürde beim Steinhäuser Schützenfest errang. Und auch im Folgejahr stellte das Tambourkorps den Schützenkönig, als unser 1. Vorsitzender Berthold Willeke den letzten Rest des Adlers von der Stange schoss.

Im Jubiläumsjahr 1998 erinnerte sich unser Korps an das 95-jahrige Vereinsjubiläum. In würdiger Weise wurde dies am 24. April gefeiert. Geschlossen nahm das Korps auch am 100-jährigen Bestehen des Schützenvereins Steinhausen teil. Ebenso musikalisch gestalteten wir den Kreisschützenball in unserer Gemeinde.

Doch auch in den 90er Jahren musste das Tambourkorps von verdienten Kameraden Abschied nehmen. Ehrenmitglied und Vereinswirt Josef Borghoff verstarb am 02. Januar 1995. Ehrenmitglied Werner Salmen folgte ihm am 29. Oktober desselben Jahres. Ein Jahr später, am 25. Juni 1996, trugen wir unser Ehrenmitglied Johannes Willeke zu Grabe, am 27. April 2000 unser ältestes Ehrenmitglied Klemens Karthaus jun. im Alter von 85 Jahren.

Im Jahr 2000 übergab Berthold Willeke nach 16 Jahren Vorstandsarbeit das Amt des 1. Vorsitzenden an Dr. Hans-Josef Hesse und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Unser Korps bekam in diesem Jahr einen Zuwachs von 9 neuen Spielkollegen. Sie alle nahmen am D1-Lehrgang des Volksmusikerbundes teil. Neu im Vereinskalender ist nun das jährliche Aufstellen des Vereinsbaumes zum 1. Mai. Nach einer längeren Pause wurde auch wieder ein Familiengrillnachmittag durchgeführt.

Das Tambourkorps Steinhausen war inzwischen auf eine Mannstärke von 48 angewachsen.

Zur Pflege der Gemeinschaft wurde im Jahre 2001 eine gemeinsame Feier mit dem Musikverein Steinhausen organisiert.

Im Jahr 2003 erlebte das Korps wohl den bisherigen Höhepunkt seiner Vereinsgeschichte. Zu unserem 100. Geburtstag wurde am 12. und 13. April ein Musikerfest ausgerichtet. Zahlreiche Vereine folgten unserer Einladung und nahmen an den Feierlichkeiten teil. War der Samstag noch vom Festgottesdienst und dem anschließenden Großen Zapfenstreich geprägt, so folgte am Sonntag ein Umzug, der an Schönheit kaum zu übertreffen war. Am Ehrenmal legten wir traditionsgemäß nach der Festansprache unseres Schirmherrn und Ortsvorstehers Johannes Dirks einen Kranz für die verstorbenen Mitglieder des Tambourkorps nieder. Das anschließende Zusammenspiel muss noch weit über die Grenzen Steinhausens zu hören gewesen sein.

Festansprache Musikerfest "100 Jahre Tambourkorps Steinhausen"

Im selben Jahr wurde uns die PRO MUSICA-Plakette von Bundespräsident Dr. Johannes Rau verliehen. Manfred Kemper sicherte sich im Jahre 2002 die Königswürde, Martin Siedhoff tat es ihm 2008 gleich. Oliver Nillies löste 2004 einen wahren Kronkönigsboom aus. So durfte das Tambourkorps die begehrte Insignie seitdem 8 Mal sein eigen nennen.

Seit 2005 bildet unser Verein auch junge Spielleute unter 16 Jahren aus. Was zunächst nur ein Pilotprojekt sein sollte, hat sich bewährt und wurde weiter forciert. 2006 konnten sich 14 junge Kameraden ins Vereinsbuch eintragen und gelten somit als im Tambourkorps aktiv. 2009 folgten weitere 9. Die Teilnahme an D1- und D2-Lehrgängen ist längst zum festen Bestandteil der Ausbildung geworden.

Ebenfalls bewährt hat sich seit 2005 die Hinzunahme des externen Ausbilders Rüdiger Maas.

Seit dem Jahr 2004 kann man das Tambourkorps Steinhausen auch online unter www.tambourkorps-steinhausen.de besuchen.

Im Jahr 2007 nahmen wir an den Feierlichkeiten anlässlich der 100-jährigen Jubiläen der Steinhäuser Feuerwehr, des MGV Cäcilia und des Musikvereins teil.

Den 105. Geburtstag unseres Vereins im Jahre 2008 feierten wir intern mit einem Grillnachmittag.

Zwei bisher einmalige Ehrungen wurden unseren Spielkollegen Erich Nillies und Erich Hesse im Jahr 2009 zuteil. Beide wurden für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft sowohl vom Tambourkorps als auch vom Volksmusikerbund ausgezeichnet. Ein Jahr später musste Erich Hesse aus gesundheitlichen Gründen sein Mitwirken an den Ausmärschen beenden. Doch bis heute steht er dem Verein gemeinsam mit Friedel Graskamp als Ausbilder des Nachwuchses zu Verfügung.

Erich Hesse und Erich Nillies mit den Urkunden für 50 Jahre aktives Musizieren im Tambourkorps Steinhausen

Wigbert Finke, Ewald Schulte (beide 2004), Konrad Hesse (Gnelsken, 2005), Walter Kordes (2007), Andreas Höpper (2008) sowie Thomas Lücking und Richard Finke (beide 2010) verließen den aktiven Spielbetrieb ebenfalls, sind dem Verein jedoch allesamt als Ehrenmitglieder erhalten geblieben.

2011 stellte Dr. Hans-Josef Hesse nach 11 Jahren Vorstandsarbeit das Amt des 1. Vorsitzenden zu Verfügung. Martin Siedhoff übernahm und ernannte seinen Vorgänger gemäß Beschluss der Mitgliederversammlung zum Ehrenvorsitzenden.

Die Mitgliederversammlung war es auch, die im Jahr 2012 eine Satzungsergänzung beschloss. Sie beinhaltet im Wesentlichen die Auszeichnung verdienter Mitglieder. In Folge dessen wurden Erich Nillies und Wigbert Bürger nach 16- bzw. 14-jähriger Vorstandsarbeit in den Ehrenvorstand berufen.

Leider bleibt unser Spielmannszug auch im 21. Jahrhundert nicht von traurigen Nachrichten verschont. So mussten wir am 01. Dezember 2002 Abschied von unserem Ehrenmitglied Klemens Berghoff nehmen. Anton Dirks starb am 28. September 2004 und Johannes Schmidt am 09. Juni 2005. Hier einem den anderen einen Vorrang zu geben, wäre ungerecht. Alle haben mit ihrem fröhlichen Spiel vielen Menschen echte Freude bereitet. Ihr Leben und Wirken im Tambourkorps Steinhausen ist mit der Geschichte des nunmehr 111 Jahre bestehenden Vereins für immer eng verknüpft und sie werden in den Herzen der Kameraden wie alle, die vor ihnen ihr Leben ließen, immer in dankbarer Erinnerung bleiben.

Doch nun heißt es weiter nach vorn zu schauen. Auf den Schützenfesten in Weine, Büren, Rösenbeck und Barkhausen spielen wir bereits viele Jahrzehnte, ebenso beim Rosenmontagsumzug in Thülen, der Geseker Gösselkirmes und dem Kreisschützenfest. Die Taditionsveranstaltungen in unserem schönen Dorf Steinhausen wie das Lütkern am Fastnachtsdienstag, der Schnadgang, die Sportwoche und natürlich unser Schützenfest sind aus unserem Terminkalender nicht mehr wegzudenken. Hinzu kommt das Schützenfest in Hegensdorf und diverse interne Veranstaltungen, wie der gemütliche Abend, die Winterwanderung, Vereinsausflüge, Hochzeiten und runde Geburtstage.

Weitere 12 junge Spielmänner befinden sich derzeit in der Ausbildung und werden auf unserem Musikerfest zum 111-jährigen Jubiläum erstmals mit ausmarschieren. Der Verein zählt dann 65 Aktive zwischen 10 und 71 Jahren sowie 15 Ehrenmitglieder. Er hat dann wieder einmal einen neuen Zenit erreicht. Sicherlich gab es im Verein auch schwere Zeiten. Doch die Beliebtheit und der damit verbundene Zuwachs hat nie darunter gelitten. Und so möchte ich mit den Worten aus der letzten Festschrift von 1968 schließen, denn sie sind immer noch aktuell:

Möge das Tambourkorps Steinhausen, das über Berg und Tal durch viele Generationen ging, immer wieder den Zugang neuer Musikfreunde finden, damit das von ehrenhaften Männern gegründete Werk in aller Zukunft weiterhin bestehen bleibe.

Herrenabend 2012

Tobias Pohler

Schriftführer im Jahre 2014

Texte wurden stellenweise aus vorhergehenden Chronikveröffentlichungen übernommen